Wie schädlich ist Gentechnik wirklich?

Der Ruf der Gentechnik ist bei der Mehrheit der Deutschen schlecht – gentechnisch veränderte Lebensmittel gelten als schädlich. Wieso sonst dürfen in Deutschland keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut werden? Aber sind sie wirklich gefährlich für unsere Gesundheit?

Was viele nicht wissen: Auch in deutschen Supermärkten finden sich bereits gentechnisch veränderte Lebensmittel. Wir verraten dir, ob diese wirklich gefährlich sind, worin der Unterschied zu Bio-Lebensmitteln besteht und woran du gentechnikfreie Lebensmittel erkennst.

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Was ist der Unterschied zwischen Bio, GVO und GVO-frei?

In der biologischen Landwirtschaft werden sowohl beim Anbau von Pflanzen als auch bei der Tierzucht keine synthetischen Stoffe verwendet. Das heißt, man verzichtet auf synthetische Düngemittel, Pestizide, Herbizide, Wachstumshormone und Antibiotika. Diese Methode der Landwirtschaft ist erneuerbar und soll vor allem die Gesundheit des Bodens und des Ökosystems erhalten.

GVO (gentechnisch veränderter Organismus) bedeutet, dass die Gene von Pflanzen oder Tieren durch gentechnische Methoden verändert wurden. Dabei werden zum Beispiel die Erbanlangen der DNA eines Organismus physisch in einen anderen eingebaut.

GVO-freie Lebensmittel sind zwar gentechnisch nicht verändert, wurden aber (wenn nicht anderweitig gekennzeichnet) konventionell angebaut. Sie kamen also wahrscheinlich auch mit synthetischen Düngemitteln, Pestiziden, Herbiziden und Antibiotika in Kontakt.

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Wie gefährlich ist Gentechnik?

Historisch gesehen wurden Pflanzen und Tiere in der Landwirtschaft schon immer gezüchtet, um wünschenswerte Eigenschaften zu erzielen. Wer hätte nicht gern noch rötlichere Äpfel, noch süßere Pfirsiche oder schädlingstolerante Maissorten? Die Gentechnik beschleunigt diesen Prozess im Grunde – auf Kosten der Gesundheit?

Forschungen haben bislang noch keine Beweise liefern können, dass sich der Konsum von gentechnisch veränderten Lebensmitteln schädlich auf die Gesundheit von Menschen auswirkt. Allerdings gibt es noch Unklarheit darüber, ob Pestizide und Antibiotika, die bei der Herstellung verwendet werden, giftig sind. Während die Befürworter von Gentechnik argumentieren, dass diese Kleinstmengen unbedenklich sind und schließlich streng kontrolliert werden, merken die Kritiker an, dass Langzeitfolgen bislang nicht ausreichend untersucht wurden.

Generell werden alle Produkte, die gentechnisch verändert oder aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden, streng geprüft bevor sie auf den Markt kommen. Darum kümmert sich in Europa die “Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit“. Nur, wenn alle Untersuchungen positiv bewertet werden, kommt ein Produkt auch in den Handel und gilt dementsprechend auch als unbedenklich.

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Wie viel Gentechnik steckt in deutschen Supermärkten?

Während in anderen Ländern wie Amerika schon längst gentechnisch veränderte Pflanzen (vor allem Mais, Sojabohnen, Raps und Zuckerrüben) verbreitet sind, ist die Produktmenge in Deutschland noch überschaubar. Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist zum Beispiel hierzulande seit 2012 verboten.

Während genmanipulierte Lebensmittel in Deutschland nicht verkauft werden dürfen, findet man trotzdem gentechnisch veränderte Anteile in verarbeiteten Produkten. Sobald ein Lebensmittel mehr als 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Bestandteile enthält, muss es als solches gekennzeichnet werden. Das gilt für verpackte als auch für lose Waren.

Diese Kennzeichnungspflicht gilt jedoch nicht für tierische Lebensmitteln, bei denen gentechnisch veränderte Pflanzen im Futtermittel zugereicht wurden. Zwar wird ein Großteil der Futtermittel direkt in Deutschland angebaut und ist demnach auch gentechnikfrei, aber es kommt durchaus vor, dass Futtermittel beispielsweise aus Amerika importiert wurden. Dennoch gilt beim Import die Regel, dass die gentechnisch veränderten Organismen auch in Europa zugelassen sein müssen.

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Woran erkennt man gentechnikfreie Lebensmittel?

Wenn du beim Einkauf ein paar grundsätzliche Dinge beachtest, kannst du gentechnisch veränderte Lebensmittel leicht vermeiden – zum Beispiel wenn du regionale Produkte vom Wochenmarkt kaufst. Die Bauern vor Ort können dir schließlich am besten sagen, wie ihre Lebensmittel hergestellt wurden.
Achte außerdem auf kontrollierte Bio-Siegel, denn diese Lebensmittel sind immer gentechnikfrei. Die Kennzeichnung von gentechnikfreien Lebensmitteln geschieht auf freiwilliger Basis. Das “Ohne Gentechnik”-Siegel vom Bundesverbraucherministerium hat sich bereits etabliert und ist auf vielen Lebensmitteln zu finden. Die Kontrollen dafür sind streng und das Siegel bekommen nur Produkte, in denen keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthalten sind und die auch ohne gentechnisch hergestellten Zusatzstoffe und Enzyme produziert wurden. Bei tierischen Produkten ist es außerdem verboten, den Tieren gentechnisch verändertes Futtermittel zu geben.

Wie stehst du zu Gentechnik? Siehst du sie als bedenkliches Risiko oder notwendige Entwicklung in der Lebensmittelindustrie? Verrate uns deine Meinung in den Kommentaren!