Stell das Tafelsalz beiseite!

Salz ist gleich Salz, oder? Es besteht immer zu fast hundert Prozent aus Natriumchlorid – warum gibt es also verschiedene Salzsorten in der Gewürzabteilung und worin unterscheiden sie sich? 

Wir geben dir einen kleinen Einblick in die bunte Welt der Salze und zeigen dir 7 Sorten, mit denen du deine Küche aufstocken kannst: 

Der Klassiker: Kochsalz

Kitchen Stories

Das handelsübliche feine Kochsalz, auch Tafel- oder Speisesalz genannt, hat wohl jeder zu Hause. Es ist ein Siedesalz, das meistens industriell gereinigt und raffiniert ist. Mit 97-99,9 Prozent Natriumchlorid enthält es so gut wie keine weiteren Mineralien oder Spurenelemente. Manchmal werden ihm jedoch Jod oder Fluorid künstlich zugesetzt. Da unsere Böden und Grundwasser jodarm sind, kannst du ein mit Jod angereichertes Salz als Grundwürzmittel in der Küche verwenden.

Das Geheimnisvolle: Koscheres Salz

Kitchen Stories

Es sorgt oft für Verwirrung, warum ein Rezept koscheres Salz verlangt. Koscheres Salz ist ein grob gemahlenes Salz aus Salzkristallen. Abhängig vom Verdampfungsprozess bei der Produktion kann es flach oder pydramidenförmig sein. Der Begriff entstammt seiner Verwendung in der jüdischen Küche, wo es zur koscheren Zubereitung von Fleisch verwendet wird. 

Aber was macht es so besonders und beliebt, sowohl für viele Köche zu Hause als auch in Restaurants? Aufgrund seiner groben Struktur kann man es deutlich besser mit den eigenen Händen abmessen und beispielsweise eine Prise Salz gleichmäßig verteilen, denn es löst sich auch langsamer als feines Kochsalz auf. Koscheres Salz ist daher immer eine gute Wahl wenn ein Rezept grobkörniges Salz verlangt. Da es sich wie erwähnt nicht so schnell auflöst wie Kochsalz, wird koscheres Salz so gut wie nie beim Backen verwendet.

Das Grobe: Meersalz

Kitchen Stories

Wenn Salzkristalle beim Verdunsten des Meerwassers zu groß und schwer sind, wachsen sie auf dem Boden und werden je nach Sorte maschinell oder per Hand abgeerntet. Die getrockneten groben Salzkörner landen als natürliches Meersalz in unseren Märkten. Grobes Meersalz passt gut zu Grillmarinaden, zum Würzen des Kochwassers oder zu mediterranem Ofengemüse. Du kannst die dicken Körnchen aber auch in der Gewürzmühle feiner mahlen. 

Der Gourmet-Liebling: Fleur de Sel

Kitchen Stories

Die zart-knusprigen „Salzblumen“ sind vor allem wegen ihrer Textur bei Köchen begehrt. Die feinen Meersalz-Kristalle schöpfen Salzgärtner behutsam per Hand von der Wasseroberfläche ab. Bekannte Sorten kommen aus der Bretagne oder Portugal und schmecken durch das enthaltene Magnesium mild-salzig. Das kostbare Salz solltest du aber erst als Finish über deine Speisen geben. Fleur de Sel passt in kleinen Mengen jedoch auch toll zu Süßspeisen wie Schokoladenmousse, Karamellsoße oder auf Chocolate Chip Cookies. 

Die Bunten: rosafarbenes, blaues und schwarzes Salz

Kitchen Stories

Für mehr Farbe auf deinem Teller sorgt das rosafarbene Himalaya-Salz, das seine Farbe durch Spuren von Eisen erhält. Fun Fact: Das Salz kommt in Wirklichkeit gar nicht aus dem Himalaya, sondern aus einem Salzgebirge in Pakistan. Du kannst auch das persische Blausalz verwenden, das reich an Kaliumchlorid ist und dadurch intensiv-salzig schmeckt. Das schwarze Hawaii-Salz schmeckt sogar leicht nussig und erhält seine Farbe durch die beigemischte Aktivkohle, die eine antioxidative und verdauungsfördernde Wirkung haben soll. Es schmeckt besonders lecker zu gegrilltem Gemüse oder Meeresfrüchten. 

Das Deftige: Rauchsalz

Kitchen Stories

Räuchert man Meersalz über Holz erhält man Rauchsalz. Je nach Holzart erhält das Salz dabei ein anderes Aroma. Erfunden von den Wikingern, ist es keine Überraschung, dass dänisches Rauchsalz noch heute am bekanntesten ist. Es eignet sich zum Grillen von Fleisch- und Fischgerichten und verleiht veganen und vegetarischen Speisen ein deftiges Raucharoma. 

Das Würzige: Sel Gris

Kitchen Stories

Sel Gris ist ein gräuliches Salz, das an der französischen Atlantikküste gewonnen wird. Es ähnelt geschmacklich dem Fleur de Sel, ist jedoch würziger und weniger salzig. Es enthält außerdem mehr Mineralien, Spuren von Algen und Schwebstoffe, die dem Salz auch die gräuliche Farbe verleihen. Durch die Restfeuchte im Salz ist es jedoch für Mühlen ungeeignet und sollte zwischen den Fingern zerrieben oder im Mörser zerstoßen werden. Danach kannst du es für Fisch- oder Tofu-Salzkrusten verwenden.

Welche dieser Salzsorten verwendest du häufig beim Kochen? Oder hast du noch mehr Salz-Empfehlungen und -tipps? Verrate sie uns in den Kommentaren!