Frisch, aus der Dose oder tiefgekühlt: Was ist am besten?

Alle zwei Wochen widmen wir uns bei Kitchen Stories einem Obst oder Gemüse der Saison und zeigen dir neue, köstliche Rezepte mit ihnen. Doch leider ist jede Obst- und Gemüsesaison irgendwann zu Ende – der Appetit auf Erdbeeren, Pfirsich und Co. bleibt jedoch das ganze Jahr über.

Zum Glück gibt es ja im Supermarkt jede erdenkliche Obst- und Gemüsesorte konserviert in der Dose oder tiefgefroren zu kaufen – ihr Ruf ist jedoch nicht der Beste. Da mag man fast nicht glauben, dass Tiefkühlgemüse trotzdem das beliebteste Produkt aus dem Gefrierschrank der Deutschen ist – sogar noch vor der bequemen Tiefkühlpizza. Ist der schlechte Ruf von konservierten und tiefgekühltem Obst und Gemüse denn überhaupt gerechtfertigt? Ist Frischware wirklich immer die beste Entscheidung?

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Wir schauen uns heute die Vor- und Nachteile von frischem, konserviertem und tiergefrorenem Obst und Gemüse an und zeigen dir an 6 konkreten Beispielen, auf welche Variante du beim nächsten Einkauf zurückgreifen solltest.

Frisches Obst und Gemüse

Frisches Obst und Gemüse enthält per se die meisten Nährstoffe und sollte daher (wenn möglich) immer deine erste Wahl sein. So kannst du deinen Körper mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und Co. versorgen.

Allerdings bist du dabei immer auf die Saisonalität angewiesen, denn regionale Produkte gewinnen in Sachen Geschmack und Nährstoffe klar gegen Obst- und Gemüse aus der Ferne. Auf Grund der langen Lager- und Transportzeiten verlieren diese schnell an Nährstoffen und gehen oft unreif auf Reise, um bei uns saftig anzukommen – klingt nicht gerade appetitlich und schmeckt in den meisten Fällen auch nicht so gut wie das Obst und Gemüse aus deiner Region.

Tiefgefrorenes Obst und Gemüse

Wer bei tiefgefrorenem Obst und Gemüse an kaltes, vertrocknetes Obst und Gemüse denkt, liegt falsch. Die Vitaminverluste sind beim Einfrieren tatsächlich geringer als viele denken, denn das Gemüse wird in der Regel sofort nach der Ernte vitaminschonend eingefroren.

Damit das auch so bleibt, darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Am besten kaufst du dabei nur Produkte, in denen keine zusätzlichen Zutaten stecken. Statt verarbeitetem Rahmspinat kannst du zum Beispiel einfach zu normalem Tiefkühlspinat greifen und den Rahm beim Kochen selbst zugeben.

Falls du dich beim Blick in die Gefriertruhe schon mal gefragt hast, warum dort eigentlich nicht jede Obst- und Gemüsesorte liegt, kommt hier die Auflösung: Bei einigen Sorten (zum Beispiel Äpfel, Blattsalate, Knoblauch, Papaya, Radieschen, Rettich, Tomaten und Wassermelone) verändern sich beim Gefrieren Geschmack, Konsistenz und sogar Geruch so sehr, dass diese Zutaten weder industriell, als auch bei dir zu Hause nicht eingefroren werden sollten.

Konserviertes Obst und Gemüse aus der Dose

Konserviertes Obst und Gemüse ist gefühlt ewig haltbar – vielleicht hast du auch schon mal eine verstaubte Dose aus der hintersten Ecke deines Regals ausgegraben, die immer noch zwei Jahre haltbar war. Dieser bequeme Luxus kostet jedoch auch seinen Preis, denn um Gemüse und Obst so lange haltbar zu machen, müssen sie mindestens zweimal erhitzt werden, um die enthaltenen Enzyme und Mikroorganismen zu „deaktivieren“.

Dabei verliert das Obst und Gemüse viele Nährstoffe, oft geht sogar fast die Hälfte der Vitamine verloren. Zusätzlich finden sich neben Konservierungsstoffen auch andere Zutaten wie eine Menge Salz oder Zucker in den Dosen – gesund kann man das leider nicht mehr nennen.

Der große Test: Frisch, gefroren oder konserviert?

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Tomaten – frisch oder aus der Dose?

Wer schon mal eine Tomatensoße aus frischen Tomaten gekocht hat, weiß, dass man dafür etwas mehr Zeit einplanen sollte. Viele greifen daher direkt zu passierten, gestückelten oder ganzen Tomaten aus der Dose. Aber schmeckt man den Unterschied und ist eine der beiden Varianten sogar gesünder?

Es mag überraschen, aber wenn wir von Tomaten aus unseren Breitengraden sprechen, ist die Dosenvariante tatsächlich „gesünder“ als frische Tomaten. Woran liegt’s? Frische Tomaten aus dem Supermarkt werden zum Großteil aus Südeuropa importiert, denn das Klima vor Ort holt das beste Aroma aus den Tomaten. Die Zeitspanne für reife Tomaten aus Deutschland ist dagegen minimal, viele andere Tomaten (z. B. aus den Niederlanden) kommen oft aus dem Treibhaus. Damit die Tomaten den Transportweg von Süßeuropa zu uns überstehen, müssen sie allerdings unreif geerntet werden und können dadurch weniger sekundäre Pflanzenstoffe bilden. Ein Blick in die Dose: Die Tomaten darin stammen ebenfalls häufig aus Italien oder Spanien, doch sie können ausreichend reifen, bevor sie konserviert werden und haben dadurch mehr Nährstoffe und schmecken aromatischer.

Das Ergebnis: Bevor du frische Tomaten aus Italien oder Spanien kaufst, lohnt sich der Griff zur Dose. In der Zeit von Juli bis Oktober gibt es jedoch auch frische Tomaten aus Deutschland – dann punktet natürlich Regionalität.

Pfirsich – frisch oder aus der Dose?

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Die Saison für reife, süße Pfirsiche ist fast zu kurz, um all die leckeren Rezepte mit Pfirsich in die Tat umzusetzen – und so greift der ein oder andere gern mal zu Dosenpfirsichen. Pfirsiche aus der Dose sind jedoch gefühlt eine Obstsorte für sich, denn durch die Verarbeitung, den hohen Zuckergehalt und das teils jahrelange Schwimmen in der süßen Flüssigkeit erinnern sie uns nur noch annähernd an frische, saftige Pfirsiche.

Das Ergebnis: Frische Pfirsiche sind in jedem Fall gesünder und enthalten deutlich mehr Vitamine und Mineralstoffe als ihre Dosenverwandten. Solltest du im Winter dennoch das dringende Verlangen nach ihnen haben, kann die Dosenvariante ausnahmsweise helfen. Dabei solltest du allerdings immer zu zuckerärmeren Produkten greifen.

Erbsen – frisch, gefroren oder aus der Dose?

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Neben Spinat sind Erbsen eines der beliebtesten Tiefkühlgemüsesorten – verständlich, denn nicht jeder hat Lust, die einzelnen Erbsensamen aus der Schote zu befreien. Neben frischen und tiefgekühlten Erbsen, gibt es sie außerdem noch aus der Dose, doch welche Variante ist am gesündesten?

Erbsen sind kleine Kraftkügelchen und stecken voller Mineralstoffe und Vitamine. Für Dosen- und Tiefkühlerbsen werden jedoch unterschiedliche Erbsensorten verwendet: die Palerbse landet in der Dose, die süßere Markerbse im Gefrierfach. Bei frischen Erbsen hast du selbst die Wahl und kannst damit auch den Geschmack deiner Erbsen selbst bestimmen. Während tiefgefrorene Erbsen direkt nach der Ernte blanchiert und schockgefrostet werden und dadurch den Großteil ihrer Vitamine behalten, haben Erbsen aus der Dose deutlich weniger Nährstoffe.

Das Ergebnis: Deine Wahl sollte auf jeden Fall auf frische oder tiefgefrorene Erbsen fallen. Vorsicht ist dennoch geboten, denn auch bei der Zubereitung solltest du darauf achten, die Erbsen nur kurz zu blanchieren. Wenn du sie zu lang kochst, passiert mit ihnen das gleiche wie mit Dosenerbsen du die Nährstoffe gehen verloren.

Ananas – frisch oder aus der Dose?

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Da Ananas sowieso nicht in Deutschland wächst, macht es doch keinen Unterschied, ob die frische Ananas einen lange Transportweg hinter sich hat oder direkt in der Dose konserviert wurde, oder?

Wir können uns wohl alle darauf einigen, dass Ananas aus der Dose die bequemere Variante ist – kein Schälen, kein Schneiden. Dafür steckt deutlich mehr Zucker (und andere zusätzliche Stoffe wie Säurungsmittel und Citronensäure) in der Dosen-Ananas, um sie länger haltbar zu machen. Dadurch ist die Ananas sogar süßer als die Frischware, aber deutlich nährstoff- und vitaminärmer.

Das Ergebnis: Manchen Menschen kann es ja nicht süß genug sein – frische Ananas ist jedoch gesünder.

Brokkoli – frisch oder gefroren?

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Servierfertige Brokkoliröschen, die man nur noch aus dem Tiefkühlfach holen und in den Topf werfen muss? Ja, die Verlockung ist groß, aber geht die Bequemlichkeit auf Kosten von Geschmack und gesunden Nährstoffen?

Wir haben mittlerweile ja schon gelernt, dass erntefrisches Gemüse per se die meisten Vitamine enthält. Wenn Brokkoli also in Saison ist (in Deutschland von Juni bis Oktober), solltest du auf jeden Fall frisch auf dem Markt zugreifen. Der Strunk, der in der gefrorenen Variante oft nicht mehr vorhanden ist, kannst du übrigens auch schälen und verwenden. Brokkoli kann aber auch problemlos eingefroren werden und ist deutlich besser portionierbar.

Das Ergebnis: Tiefgekühlten Brokkoli kannst du bedenkenlos verwenden. Wenn Brokkoli in Saison ist, geht die frische Variante aber wie immer vor.

Erdbeeren – frisch, gefroren oder aus der Dose?

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Fast kein Obst versprüht so viel Sommerstimmung wie Erdbeeren. Die Versuchung eines Erdbeer-Streuselkuchens im Winter kann dennoch groß sein, also was tun? Auf den Sommer warten oder lieber auf Erdbeeren aus der Dose oder dem Tiefkühlfach zurückgreifen?

Bei nur wenigen Obstsorten ist der Unterschied so groß wie bei Erdbeeren – vor allem was die Konsistenz angeht. Erdbeeren aus der Dose sind deutlich weicher, zusätzlich überzuckert und haben durch die Konservierung einen Großteil ihrer Nährstoffe verloren.

Das Ergebnis: Uns fällt beim besten Willen kein Grund ein, Erdbeeren aus der Dose zu essen. Sobald die Erdbeersaison startet, solltest du auf jeden Fall frische Beeren kaufen – außerhalb der Saison sind tiefgefrorene Beeren immer noch die bessere Wahl.